Heinrich Böll wird 100 | FILM & GESPRÄCH „DIE VERLORENE EHRE DER KATHARINA BLUM“
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FILM & GESPRÄCH „DIE VERLORENE EHRE DER KATHARINA BLUM“


27. März 2017 – 28. März 2017


27.03.2017, 17 Uhr | li.wu. in der FRIEDA, Friedrichstr. 23, Rostock
28.03.2017, 19.30 Uhr | Koeppenhaus, Bahnhofstraße 4-5, Greifswald
Böll hat den zweiten Weltkrieg von Anfang bis Ende als Angehöriger der Wehrmacht erlebt und geriet danach in Kriegsgefangenschaft. Wir widmen uns seinem frühen Werk,

Film „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“
BRD 1975, 106 Min

Köln, Februar 1975. Nach einer ausgelassenen Karnevalsfeier verbringt die junge, attraktive und alleinstehende Haushälterin Katharina Blum die Nacht mit einer Zufallsbekanntschaft. Am nächsten Morgen stürmt ein SEK der Polizei ihre Wohnung, auf der Suche nach dem Mann, der als mutmaßlicher Terrorist gesucht wird – doch der Gesuchte ist bereits verschwunden. Katharina Blum gerät ins Visier von Polizei und Medien. Der ermittelnde Kommissar nimmt sie in die Mangel, sie verliert ihre Arbeit, wird von Nachbarn angefeindet, und der zynische Reporter eines großen deutschen Boulevardblattes zieht ihr gesamtes Leben in den Schmutz. Als der psychische Druck aus Vorurteilen, Verunglimpfungen und offenem Hass immer unerträglicher wird, greift Katharina zur Waffe, um den letzten Rest ihrer Ehre zu retten.

Wir zeigen Schlöndorffs und von Trottas eindringlichen Film nach der Buchvorlage von Heinrich Böll und freuen uns auf das Publikumsgespräch mit dessen Sohn, René Böll.

 

Heinrich-Böll-Ausstellung : „Einmischung erwünscht“
Eröffnung mit René Böll

Heinrich Böll. Die Nennung seines Namens reicht und ein Tableau von Ereignissen, Szenen, Bildern der sogenannten ›Bonner Republik‹ wird aufgerufen: ›Der Deutsche Herbst‹, die Friedensbewegung Anfang der 1980er Jahre, die Mitte der 1970er Jahre entstehenden Bürgerinitiativen, die Kontroversen mit der Springer-Presse und die durch den Spiegel-Artikel über Ulrike Meinhof 1972 ausgelöste Hetzkampagne, im gleichen Jahr die erste Verleihung des Literaturnobelpreises an einen deutschen Schriftsteller nach dem Zweiten Weltkrieg.

Wegbereitend ist Heinrich Bölls Einsatz und der seiner Familie für mehr Menschlichkeit. Deshalb freuen wir uns sehr, dass sein Sohn René Böll die aktuelle Ausstellung gemeinsam mit uns eröffnen wird. Heinrich Böll und seine Familie waren unabhängig im Denken, sie gehörten weder zur Rechten noch zur Linken, so konnten sie sich für die Freiheit verfolgter Menschen in der UdSSR und in Chile zur gleichen Zeit glaubhaft einsetzen. Deswegen gerieten sie ins Visier der Stasi und des Verfassungsschutzes, der westdeutschen Behörden, Politiker und großer Teile der Presse.

René Böll wurde 1948 in Köln als dritter Sohn Heinrich Bölls und dessen Frau Annemarie Böll geboren. René Böll ist bildender Künstler in Köln und Nachlassverwalter Heinrich Bölls. Er gehörte zu den Mitgründern der Heinrich-Böll-Stiftung.

 

Dauer der Ausstellung vom 29.03.-08.04.2017 | Koeppenhaus, Bahnhofstraße 4-5, Greifswald

Am 21. Dezember 2017 wäre Heinrich Böll 100 Jahre alt geworden. Heute, mehr als 20 Jahre nach seinem Tod, haben sich viele Umstände, die zu seiner Zeit noch Realität waren, unter denen er schrieb und in denen er lebte, grundsätzlich gewandelt. Was aber Bölls Werk über die zeitbedingten Aspekte hinaus Bestand verleiht und zugleich im Mittelpunkt seiner erzählerischen und essayistischen Arbeiten steht, das ist der Anspruch auf Autonomie, auf eine freie, individuell begründete Parteilichkeit, die sich vorgeformten Denkbahnen entzieht. Für den Böll begann die Freiheit im Kopf.

Die Ausstellung erinnert an den Literaturnobelpreisträger und Intellektuellen, der mit seinen Romanen, Erzählungen und politischen Einwürfen eine eigene Aktualität bewahrt hat.: 29.03.-08.04.2017, Di-Sa 14-18 Uhr, Eintritt frei, Koeppenhaus, Bahnhofstr. 4-5

http://www.boell-mv.de/de