Heinrich Böll wird 100 | VERANSTALTUNGEN IN KÖLN
1172
post-template-default,single,single-post,postid-1172,single-format-gallery,ajax_fade,page_not_loaded,,select-theme-ver-3.4,menu-animation-underline,fs-menu-animation-underline,wpb-js-composer js-comp-ver-4.12.1,vc_responsive

VERANSTALTUNGEN IN KÖLN

Mut und Melancholie: Buchcover © Verlag J.H.W. Dietz Nachf.

28. September bis 12. Dezember 2017


Buchvorstellungen, Lesungen, Theaternacht, Ausstellungen und Böll-Preisträger


28.9., 19 Uhr | Zentralbibliothek Köln, Literaturwelt 2. OG. | Eintritt frei

Heinrich Böll und Willy Brandt sind Ikonen der bundesrepublikanischen Geschichte. Die Dokumentation zeichnet erstmals ihr Verhältnis nach, das von tiefer Sympathie, gegenseitiger Unterstützung und politischer Selbstbehauptung geprägt war.

Böll und Brandt standen nach dem Krieg für ein anderes Deutschland, wagten beide „mehr Demokratie“ und wurden dafür in beispielloser Weise diffamiert. Trotz eines Hangs zur Melancholie, den sie teilten, resignierten sie nie. Der Friedensnobelpreisträger von 1971 und der Literaturnobelpreisträger von 1972 begeisterten die Jugend ihres Landes und öffneten vielen Menschen einen Weg aus der Adenauer-Zeit. Zuspruch gab es in den siebziger Jahren vor allem von Brandt für Böll, der massiv unter den Angriffen der „Springer“-Presse als angeblicher RAF-Sympathisant litt, sich aber nicht den Mund verbieten ließ.

 

Norbert Bicher
Journalist, war u. a. Parlamentskorrespondent der Westfälischen Rundschau, Pressesprecher der SPD-Bundestagsfraktion und des SPD-Fraktionsvorsitzenden und 2002 des Bundesverteidigungsministers Peter Struck.

 

Jochen Schubert
Dr. phil., studierte Germanistik, Philosophie und Pädagogik und ist seit 1995 Mitarbeiter der Heinrich-Böll-Stiftung. Schubert hat umfassend zu Böll geforscht und publiziert. U. a. ist er Mitherausgeber von Heinrich Böll: „Werke“ (Kölner Ausgabe).

 

Gabriele Ewenz
Dr. phil., studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte. Sie leitet das Heinrich-Böll-Archiv und des Literatur-in-Köln-Archiv (LiK) der Stadtbibliothek Köln.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Das Rote Quadrat“ des Literatur-in-Köln-Archiv (LiK) / Heinrich-Böll-Archiv

www.stbib-koeln.de

Kölner Theaternacht: Foto © Tripletrips/FOTOVERLEIH-KOELN

2.10., 20 Uhr; Zentralbibliothek Köln

Karten im Vorverkauf über KölnTicket und an der Abendkasse Detaillierte Preiskonditionen unter: www.theaternacht.de

 

Der Ort aller Dokumente. Ein Refugium von Wissen über einen Menschen. Das Dokument eines Lebens. Das Archiv. Die Zentralbibliothek Köln. Der Mensch Heinrich Böll und sein Werk sind ein eigener Kosmos, der eine gesamte Reihe, ein Festival, ein Studium füllen kann.

Tripletrips zeigt eine Sicht auf den Schriftsteller, Autor, Politiker und Familienmenschen Heinrich Böll, die an diesem Ort nicht dokumentiert werden kann. Anhand eines Gespräches mit dem in Köln wohnhaften bildenden Künstler und Sohn René Böll werden seine Beschreibungen zu einer erlebbaren Atmosphäre, vermitteln den Eindruck eines Menschen der Öffentlichkeit. Welche Melodie hat seine Arbeit? Welcher Raum beschreibt den Charakter?

Welches Märchen ist sein Leben?

Performance stündlich von 20 Uhr bis 23 Uhr

 

Tripletrips sind Nikos Konstantakis (Dramaturgie) und Markus Tomczyk (Konzept & Performance), sie arbeiten in ihren Produktionen mit den Grundlagen des Schauspiels, einem Erfahrungswert an Tanz- und Bewegungstheater und den Prinzipien der Performance. Leitgedanke ihrer Produktionen ist die Vernetzung mit anderen Künstlern und künstlerischen Disziplinen, um neue Denkwege zu öffnen, kulturelles Potential freizusetzen und spezifische Vermittlungsarten zu erforschen.

In Kooperation mit der Kölner Theaterkonferenz e. V.

Widerstand ist ein Freiheitsrecht: Buchcover © Wissenschaftliche Buchgesellschaft

7.11., 19 Uhr; Zentralbibliothek Köln, Literaturwelt 2. OG. | Eintritt frei

 

Jochen Schubert legt eine umfassende Neubewertung des Kölner Ehrenbürgers und Literaturnobelpreisträgers Heinrich Böll vor. Nahezu vier Jahrzehnte lang prägte Böll die deutsche Literatur und verhalf ihr zu neuem Ansehen im In- und Ausland. Seiner literarischen Prominenz entsprach seine gesellschaftliche Präsenz als aufmerksamer Chronist und streitbarer Intellektueller. Heinrich Böll hat die Deutschen immer wieder mit ihrer jüngsten Vergangenheit konfrontiert. Bereits zu Lebzeiten galt der Autor von „Wo warst du, Adam?“, „Ansichten eines Clowns“ und „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ als moralische Instanz. Böll selbst wehrte sich vehement gegen die Rolle als Gewissen der Nation. Grund genug, Bölls Motiven, Themen und Leidenschaften erneut nachzuspüren und die komplexe Beziehung zwischen literarischer Arbeit und gesellschaftlichem Engagement zu durchleuchten.

 

Jochen Schubert
Dr. phil., studierte Germanistik, Philosophie und Pädagogik und ist seit 1995 Mitarbeiter der Heinrich-Böll-Stiftung. Schubert hat umfassend zu Böll geforscht und publiziert. U. a. ist er Mitherausgeber von Heinrich Böll: „Werke“ (Kölner Ausgabe).

 

Gabriele Ewenz
Dr. phil., studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte. Sie leitet das Heinrich-Böll-Archiv und des Literatur-in-Köln-Archiv (LiK) der Stadtbibliothek Köln.

 

Eintritt frei | Literaturwelt | 2. OG

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Das Rote Quadrat“ des Literatur-in-Köln-Archiv (LiK) / Heinrich-Böll-Archiv

www.stbib-koeln.de

Preitsträger: Ilija Trojanow in London, April 2015: © Thomas Dorn

23.11., 20 Uhr; Zentralbibliothek Köln – Eintritt frei!

 

Am Vorabend der offiziellen Preisverleihung im Historischen Rathaus spricht Ilija Trojanow mit Christof Hamann in der Kölner Zentralbibliothek – dort, wo auch das Heinrich-Böll-Archiv beheimatet ist. Trojanow verbinde „Politik und Ästhetik auf höchst kunstvolle Weise miteinander“, urteilte die Jury. Kaum ein anderer Schriftsteller setze das politische Engagement von Heinrich Böll so konsequent und literarisch ambitioniert fort wie Ilija Trojanow: in seinen Büchern, aber wie der Kölner Literaturnobelpreisträger auch mit seinem gesellschaftlichen Wirken.

 

Beide Autoren erfuhren leidvoll, was Totalitarismusbedeutet: Böll, geboren 1917, während der Zeit des Nationalsozialismus, Trojanow, geboren 1965, als Sohn einer bulgarischen Familie, die 1971 Deutschland politisches Asyl erhielt. 1972 zog die Familie weiter nach Kenia, gefolgt von produktiven Aufenthalten in Nairobi, Paris, München, Mumbai und Kapstadt. Heute lebt Trojanow in Wien.

 

Ilija Trojanow
hat zahlreiche Werke veröffentlicht. Romane wie z.B. „Die Welt ist groß und Rettung lauert überall“ sowie seine Reisereportagen wie „An den inneren Ufern Indiens“ sind gefeierte Bestseller und wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Zuletzt erschienen sein Roman „Macht und Widerstand“ und sein Sachbuch „Meine Olympiade: Ein Amateur, vier Jahre, 80 Disziplinen“.

 

Christof Hamann
ist Professor für Literaturwissenschaft und Fachdidaktik an der Universität zu Köln. Er ist u. a. Mitglied in der Jury des Heinrich-Böll-Preises.

 

Im Kontext der diesjährigen Preisverleihung erscheint der 2. Band der Preisreden in der Schriftenreihe des Heinrich-Böll-Archiv und des Literatur-in-Köln-Archiv (LiK)

In Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Köln

Jan van Eyck Genter Altar

12.12., 19 Uhr | Ausstellungseröffnung

Ausstellungsdauer: 13.12.2017 – 17.02.2018

Eintritt frei |Zentralbibliothek, Literaturwelt, 2. OG

mo, mi, fr 10 – 18 Uhr | di, do 10 – 20 Uhr | sa 10 – 15 Uhr

 

Die Ausstellung widmet sich erstmals einem bislang wenig beachteten Themenkomplex im Kontext der Böll-Rezeption. Die zentrale Frage, inwieweit sich der Autor mit bildkünstlerischen Aspekten auseinandergesetzt hat und welche Spuren diese im Werk Heinrich Bölls hinterlassen haben, steht im Fokus der Präsentation. Seine frühesten Begegnungen mit der Bildenden Kunst, so erinnerte sich Heinrich Böll, seien mit den Besuchen in den Kölner Museen verbunden, ferner unterstrich Böll immer wieder den Stellenwert der Bilder für seinen Schreibprozess:

Ich glaube z. B., daß ich als Autor – das mag sehr komisch klingen – viel mehr von der Malerei beeinflußt gewesen bin, lange bevor ich von der Literatur beeinflußt war.

Wesentliche Impulse erhielt Böll zum Beispiel durch Stefan Lochner und seine “Muttergottes in der Rosenlaube” im Wallraf-Richartz-Museum, durch den “Genter Altar” der Brüder van Eyck oder auch durch Paul Cézanne, den Wegbereiter der Klassischen Moderne, sowie durch Paul Klee.

 

Desweiteren soll der freundschaftliche und berufliche Austausch zwischen Böll und seinen Künstlerfreunden dargelegt werden. Exemplarisch stehen hier HAP Grieshaber, Joseph Faßbender, Georg Meistermann, der sowjetische Maler Boris Birger, der Fotograf Chargesheimer und Joseph Beuys, mit dem Böll die Gründung einer “Freien Internationalen Hochschule für Kreativität und Interdisziplinäre Forschung e.V.” plante, eine Idee, die sich allerdings nie realisieren ließ.

 

Ausstellungsdauer: 13. Dezember 2017 bis 17. Februar 2018

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Das Rote Quadrat”  des Literatur-in-Köln-Archiv (LiK) / Heinrich-Böll-Archiv

www.stbib-koeln.de