Heinrich Böll wird 100 | VERANSTALTUNGEN IN KÖLN
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VERANSTALTUNGEN IN KÖLN

Foto: René Böll, Copyright: Samay Böll

28. September bis 12. Dezember 2017


Buchvorstellungen, Lesungen, Theaternacht, Ausstellungen und Böll-Preisträger

Widerstand ist ein Freiheitsrecht: Buchcover © Wissenschaftliche Buchgesellschaft

7.11., 19 Uhr; Zentralbibliothek Köln, Literaturwelt 2. OG. | Eintritt frei

 

Jochen Schubert legt eine umfassende Neubewertung des Kölner Ehrenbürgers und Literaturnobelpreisträgers Heinrich Böll vor. Nahezu vier Jahrzehnte lang prägte Böll die deutsche Literatur und verhalf ihr zu neuem Ansehen im In- und Ausland. Seiner literarischen Prominenz entsprach seine gesellschaftliche Präsenz als aufmerksamer Chronist und streitbarer Intellektueller. Heinrich Böll hat die Deutschen immer wieder mit ihrer jüngsten Vergangenheit konfrontiert. Bereits zu Lebzeiten galt der Autor von „Wo warst du, Adam?“, „Ansichten eines Clowns“ und „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ als moralische Instanz. Böll selbst wehrte sich vehement gegen die Rolle als Gewissen der Nation. Grund genug, Bölls Motiven, Themen und Leidenschaften erneut nachzuspüren und die komplexe Beziehung zwischen literarischer Arbeit und gesellschaftlichem Engagement zu durchleuchten.

 

Jochen Schubert
Dr. phil., studierte Germanistik, Philosophie und Pädagogik und ist seit 1995 Mitarbeiter der Heinrich-Böll-Stiftung. Schubert hat umfassend zu Böll geforscht und publiziert. U. a. ist er Mitherausgeber von Heinrich Böll: „Werke“ (Kölner Ausgabe).

 

Gabriele Ewenz
Dr. phil., studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte. Sie leitet das Heinrich-Böll-Archiv und des Literatur-in-Köln-Archiv (LiK) der Stadtbibliothek Köln.

 

Eintritt frei | Literaturwelt | 2. OG

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Das Rote Quadrat“ des Literatur-in-Köln-Archiv (LiK) / Heinrich-Böll-Archiv

www.stbib-koeln.de

Preitsträger: Ilija Trojanow in London, April 2015: © Thomas Dorn

23.11., 20 Uhr; Zentralbibliothek Köln – Eintritt frei!

 

Am Vorabend der offiziellen Preisverleihung im Historischen Rathaus spricht Ilija Trojanow mit Christof Hamann in der Kölner Zentralbibliothek – dort, wo auch das Heinrich-Böll-Archiv beheimatet ist. Trojanow verbinde „Politik und Ästhetik auf höchst kunstvolle Weise miteinander“, urteilte die Jury. Kaum ein anderer Schriftsteller setze das politische Engagement von Heinrich Böll so konsequent und literarisch ambitioniert fort wie Ilija Trojanow: in seinen Büchern, aber wie der Kölner Literaturnobelpreisträger auch mit seinem gesellschaftlichen Wirken.

 

Beide Autoren erfuhren leidvoll, was Totalitarismusbedeutet: Böll, geboren 1917, während der Zeit des Nationalsozialismus, Trojanow, geboren 1965, als Sohn einer bulgarischen Familie, die 1971 Deutschland politisches Asyl erhielt. 1972 zog die Familie weiter nach Kenia, gefolgt von produktiven Aufenthalten in Nairobi, Paris, München, Mumbai und Kapstadt. Heute lebt Trojanow in Wien.

 

Ilija Trojanow
hat zahlreiche Werke veröffentlicht. Romane wie z.B. „Die Welt ist groß und Rettung lauert überall“ sowie seine Reisereportagen wie „An den inneren Ufern Indiens“ sind gefeierte Bestseller und wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Zuletzt erschienen sein Roman „Macht und Widerstand“ und sein Sachbuch „Meine Olympiade: Ein Amateur, vier Jahre, 80 Disziplinen“.

 

Christof Hamann
ist Professor für Literaturwissenschaft und Fachdidaktik an der Universität zu Köln. Er ist u. a. Mitglied in der Jury des Heinrich-Böll-Preises.

 

Im Kontext der diesjährigen Preisverleihung erscheint der 2. Band der Preisreden in der Schriftenreihe des Heinrich-Böll-Archiv und des Literatur-in-Köln-Archiv (LiK)

In Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Köln


25.11., 12 Uhr; WDR-Funkhaus Köln, Kleiner Sendesaal, Wallrafplatz 5

 

100 Jahre Böll. Im Geiste Heinrich Bölls.

 

Böll, Böll, Böll: Kein Name fällt im Veranstaltungsleben Kölns in diesem Jahr häufiger. Zu Recht! Denn am 21. Dezember wäre Heinrich Böll hundert Jahre alt geworden. Aber jeder Anlass taugt, um sich mit Werk und Wirken des Nobelpreisträgers zu beschäftigen. Genau das tun, auf Einladung der Oberbürgermeisterin Henriette Reker, drei frühere Böll-Preisträger: Eva Menasse (Böll-Preis 2013), Jürgen Becker (1995) und Marcel Beyer (2001) öffnen neue, reizvolle Wege zum Leben und Schaffen des großen Kölner Autors – in seinem Geiste, zu seinem Gedächtnis.

 

Oberbürgermeisterin Henriette Reker spricht die Begrüßung.

 

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung bis  zum 13.11. ist jedoch erforderlich unter

boell100@stadt-koeln.de

Die Karten werden nach Eingang der Anmeldungen vergeben.

 

Eine Veranstaltung der Stadt Köln in Kooperation mit dem Literaturhaus Köln und WDR3

www.literaturhaus-koeln.de

www.junges-literaturhaus.de

Jan van Eyck Genter Altar

12.12., 19 Uhr | Ausstellungseröffnung

Ausstellungsdauer: 13.12.2017 – 17.02.2018

Eintritt frei |Zentralbibliothek, Literaturwelt, 2. OG

mo, mi, fr 10 – 18 Uhr | di, do 10 – 20 Uhr | sa 10 – 15 Uhr

 

Die Ausstellung widmet sich erstmals einem bislang wenig beachteten Themenkomplex im Kontext der Böll-Rezeption. Die zentrale Frage, inwieweit sich der Autor mit bildkünstlerischen Aspekten auseinandergesetzt hat und welche Spuren diese im Werk Heinrich Bölls hinterlassen haben, steht im Fokus der Präsentation. Seine frühesten Begegnungen mit der Bildenden Kunst, so erinnerte sich Heinrich Böll, seien mit den Besuchen in den Kölner Museen verbunden, ferner unterstrich Böll immer wieder den Stellenwert der Bilder für seinen Schreibprozess:

Ich glaube z. B., daß ich als Autor – das mag sehr komisch klingen – viel mehr von der Malerei beeinflußt gewesen bin, lange bevor ich von der Literatur beeinflußt war.

Wesentliche Impulse erhielt Böll zum Beispiel durch Stefan Lochner und seine “Muttergottes in der Rosenlaube” im Wallraf-Richartz-Museum, durch den “Genter Altar” der Brüder van Eyck oder auch durch Paul Cézanne, den Wegbereiter der Klassischen Moderne, sowie durch Paul Klee.

 

Desweiteren soll der freundschaftliche und berufliche Austausch zwischen Böll und seinen Künstlerfreunden dargelegt werden. Exemplarisch stehen hier HAP Grieshaber, Joseph Faßbender, Georg Meistermann, der sowjetische Maler Boris Birger, der Fotograf Chargesheimer und Joseph Beuys, mit dem Böll die Gründung einer “Freien Internationalen Hochschule für Kreativität und Interdisziplinäre Forschung e.V.” plante, eine Idee, die sich allerdings nie realisieren ließ.

 

Ausstellungsdauer: 13. Dezember 2017 bis 17. Februar 2018

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Das Rote Quadrat”  des Literatur-in-Köln-Archiv (LiK) / Heinrich-Böll-Archiv

www.stbib-koeln.de